Mo., 20. Sept. | Ort wird bekanntgegeben

Vortrag von Manfred Koch "Hälfte des Lebens"

Hölderlin und die Poesie des Lebens ...
Vortrag von Manfred Koch  "Hälfte des Lebens"

Zeit & Ort

20. Sept., 19:30
Ort wird bekanntgegeben

Über die Veranstaltung

Vor inzwischen 251 Jahren, am 20. März 1770, wurde Friedrich Hölderlin in dem kleinen württembergischen Weinbauort Lauffen am Neckar geboren, 1843 starb er in Tübingen. Sein berühmtestes Gedicht trägt den Titel Hälfte des Lebens. In einer wunderbar schlichten Sprache beschwört es die Gefahr eines furchtbaren Bruchs in der Lebensgeschichte: auf eine Zeit des Glücks, vorgestellt im Bild einer Sommerlandschaft voller Harmonie und Fruchtbarkeit, folgt eine Epoche der Einsamkeit, der Verzweiflung, der Sprachlosigkeit (dafür steht im Gedicht eine eisige, tote Winterlandschaft). Tatsächlich wurde Hölderlin wenige Jahre nach Vollendung dieses Gedichts in die Psychiatrie eingeliefert und verbrachte fast genau die zweite Hälfte seines Lebens als entmündigter "Pflegsohn" im Haus einer Tübinger Schreinerfamilie. Anhand von Auszügen aus Hölderlins Werk führt Manfred Koch durch die bewegte und letztlich sehr traurige Biographie dieses Autors, der erst im 20. Jahrhundert als einer der grössten Lyriker deutscher Sprache entdeckt wurde.

Manfred Koch, geb. 1955, Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in Tübingen. 1987 Promotion mit dem Buch ‚Mnemotechnik des Schönen’. Studien zur poetischen Erinnerung in Romantik und Symbolismus (Novalis, Hofmannsthal, Rilke).1988 –1991 DAAD-Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Thessaloniki, Griechenland. 1992–1998 wissenschaftlicher Assistent am Institut für neuere deutsche Literatur der Universität Giessen, dort 2001 Habilitation mit dem Buch Weimaraner Weltbewohner. Zur Genese von Goethes Begriff ‚Weltliteratur’. 2001–2003 Vertretung einer Professur für neuere deutsche Literatur in Tübingen; 2004 – 2007 Mitorganisator der Tübinger Poetikdozentur, seit 2009 Titularprofessor für neuere deutsche Literatur an der Universität Basel.

Dieser Vortrag war bereits für den vergangenen Herbst geplant, musste jedoch wegen Corona um ein Jahr verschoben werden.

Eintritt: Freund*in  4,00 Euro / Gast 8,00 Euro

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